Medikamente zur Gewichtsregulierung: welche es gibt und wie sie wirken
Von GLP-1-Wirkstoffen bis zu frei verkäuflichen Präparaten: ein ehrlicher Überblick, welche Medikamente zur Gewichtsregulierung zugelassen sind, wie sie ansetzen und wo die Grenzen liegen.
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Kurz gesagt
Zur Gewichtsregulierung gibt es nur wenige zugelassene Wirkstoffe. Die meisten sind verschreibungspflichtig und für Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und Begleiterkrankungen gedacht, jeweils ergänzend zu Ernährung und Bewegung.
Frei verkäufliche „Abnehmmittel“ haben meist eine dünne Studienlage. Welches Medikament infrage kommt, ist eine ärztliche Entscheidung.
GLP-1-Wirkstoffe
Semaglutid, Tirzepatid und Liraglutid ahmen Darmhormone nach, die Sättigung signalisieren und die Magenentleerung verlangsamen. Tirzepatid wirkt zusätzlich am GIP-Rezeptor. Angewendet werden sie meist als Spritze, täglich oder wöchentlich. Semaglutid gibt es auch als Tablette.
Sie sind die am besten untersuchte Gruppe in diesem Bereich. Häufigste Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, vor allem in der Aufdosierungsphase. Ob und wie ein Wechsel oder eine Dosierung erfolgt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
Weitere zugelassene Wirkstoffe
Orlistat hemmt im Darm ein Enzym, das Fett spaltet. Ein Teil des Nahrungsfetts wird dadurch unverdaut ausgeschieden. Typisch sind fettige Stühle und Durchfall, besonders bei fettreichem Essen. In niedriger Dosierung ist Orlistat auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Die Kombination aus Naltrexon und Bupropion wirkt im Gehirn auf Appetit- und Belohnungszentren. Sie ist verschreibungspflichtig und hat eigene Gegenanzeigen, zum Beispiel bei bestimmten psychischen Erkrankungen oder Bluthochdruck. Ob und wie ein Wechsel oder eine Dosierung erfolgt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
Frei verkäufliche Mittel und Nahrungsergänzung
Ballaststoffpräparate, Fettbinder, „Stoffwechselbooster“ oder Abnehmpflaster werden viel beworben. Für die meisten gibt es keine oder nur schwache Belege für einen relevanten Effekt. Ballaststoffe können die Sättigung unterstützen, ersetzen aber keine Behandlung.
Vorsicht bei Produkten aus dem Internet, die „schnelles Abnehmen“ versprechen: Sie können nicht deklarierte, teils gefährliche Wirkstoffe enthalten.
Für wen Medikamente gedacht sind
Verschreibungspflichtige Medikamente zur Gewichtsregulierung sind in der Regel für Erwachsene mit einem BMI ab 30 zugelassen oder ab 27, wenn eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Sie sind als Ergänzung gedacht, nicht als Ersatz für Ernährung, Bewegung und Schlaf.
Ob ein Medikament für dich infrage kommt, wird bei der ärztlichen Prüfung deines Fragebogens beurteilt.
Häufige Fragen
Hinweis
Dieser Journal-Beitrag bietet allgemeine Informationen. Er ist keine Diagnose, keine Verordnung und kein Versprechen eines Ergebnisses. Ob eine Behandlung für dich infrage kommt, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt nach Prüfung deines Fragebogens. Bei akuten oder starken Beschwerden wende dich an deine Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) oder im Notfall an die 112. Ob und wie ein Wechsel oder eine Dosierung erfolgt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
Quellen und medizinische Prüfung
Grundlage sind die Produktinformationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur und die S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Entscheidung. Medizinische Prüfung ausstehend.
- Produktinformationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur zu Semaglutid, Tirzepatid, Liraglutid, Orlistat und Naltrexon/Bupropion
- S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas (Deutsche Adipositas-Gesellschaft)